Meine Geschichte: Esther Bergsma
»Meine Sensibilität ist meine Superkraft«

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Meine Hochsensibilität ist meine Superkraft. Heute sage ich das voller Überzeugung. Aber ich erinnere mich genau, dass das nicht immer so war. Schon als Kind war ich »die, die zu viel weint«. Ich konnte ein Buch lesen, und noch Tage später kreisten meine Gedanken darum, wie es den Figuren wohl geht. In der Schule war Streit für mich kaum auszuhalten. Ich wollte immer, dass es allen gut geht – und wenn ich spürte, dass jemand ausgeschlossen oder verletzt wurde, traf mich das mitten ins Herz. Oft hieß es dann: »Stell dich nicht so an.« Also versuchte ich, meine Gefühle zu verstecken.
Dieses Muster habe ich lange fortgesetzt. Ich studierte, arbeitete, übernahm Verantwortung, bekam Kinder. Nach außen schien alles in Ordnung. Innerlich aber war ich oft erschöpft, weil ich so viele Eindrücke gleichzei




Meine Geschichte
Dorothea G. May 15.05.2026:
Auch ich bin hochsensibel, und anfangs ging es mir wie der Autorin: Zufällig fiel mir ein Fragebogen zur Hochsensibilität in die Hände und ich staunte nicht schlecht, als ich, anders als sonst bei solchen Fragebögen üblich, alle Fragen positiv beantworten konnte! Ganz verschiedene Eigenschaften, die ich sonst unterschiedlichen Ursachen zugeordnet hatte, ergaben plötzlich ein rundes Bild, ein vollständiges ganzes! Das war eine Erkenntnis, die mich ganz fassungslos machte. Ich besorgte mir Literatur zur Hochsensibilität, lernte mit den schönen und schwierigen Seiten besser umzugehen, lernte, mich zu schützen, Veranstaltungen zu verlassen, wenn es zu viel oder zu laut wurde, und ich wusste nun, woran es lag, wenn mein Umfeld nicht reagierte, wenn ich Probleme sah oder intervenieren wollte. Aber es zeigten sich auch die negativen Seiten: Kaum jemand wusste etwas über Hochsensibilität, auch Menschen in therapeutischen Berufen oft nicht, und wenn man davon sprach, wurde man oft schief angesehen: »Darum bist du so empfindlich!«