Leserbrief
Gleichheit ist der Anfang
Es ist immer leicht, andere Themen vorzuschieben. Aber Familienpolitik beginnt bei der Gleichheit von Mann und Frau. Natürlich geht es immer um Finanzen. Auch hier geht es darum, was dem Staat oder besser uns, der Gemeinschaft, Schwangerschaft, Kinder und Bildung wert sind. Bei guter Gleichheit können die Partner selbst entscheiden, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Dieter Rathgeber, publik-forum.de
In der Diskussion fehlt mir der Aspekt, dass Menschen in Teilzeit arbeiten, denen »Zeitwohlstand« wichtiger ist als materieller Konsum. Die Genügsamkeit steht ebenfalls in der Kritik (»Konsumneigung zu gering, Sparquote zu hoch«). Die öffentliche Diskussion liest sich, als gehöre es zu den Bürgerpflichten, hüben wie drüben zum Wachstum möglichst viel beizutragen. Rainer Krems, publik-forum.de
Es ist schon merkwürdig: Früher sah man es positiv, wenn ein Elternteil mehr zu Hause blieb um der Kinder und der Familie willen. Heute gilt das zumindest bei christlichen Politikern fast als unmoralisches Sozialvergehen. Um Kinder und Familie geht es denen wohl gar nicht. Im Gegenteil: Jetzt ist es auf einmal ein Ideal, wenn Frauen möglichst schnell nach der Entbindung wieder voll ans Fließband oder ins Büro zurückkehren und die Kinder – dank umfassender Betreuungsangebote und besserer Rahmenbedingungen – möglichst früh ganztags kollektiviert werden. Wie in der DDR.
Günther Hoffmann, publik-forum.de
Meine Tochter arbeitet teilweise über 70 Stunden pro Woche als Ärztin in einem Krankenhaus. Sie reduziert jetzt ihre Stunden auf 80 Prozent, um sich vor diesem kranken System zu schützen. Ich denke, dieses Recht der Teilzeitarbeit sollte auch weiterhin gelten, um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden. Albert Huber, publik-forum.de




