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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
Der Inhalt:

Kunst mit Scanner: Stillleben hautnah

Ausstellung. Die Bilder erinnern an holländische Stillleben aus dem 17. Jahrhundert: Früchte, Obst und Gemüse, auch Blumen leuchten in satten roten, grünen und gelben Tönen vor einem dunklen Hintergrund. Diese Ähnlichkeit ist gewollt, und doch gibt es einen entscheidenden Unterschied. Was da jetzt in einer bemerkenswerten Ausstellung in Berlin zu sehen ist, sind Scanografien: Die Künstlerin Almut Ilsen hat mit einem Scanner gearbeitet, auf dem sie die Früchte und Blumen arrangiert und gescannt hat. Die Motive werden so dreidimensional, mit enormer Schärfentiefe dargestellt, Blumen und Früchte geradezu fühlbar. Nach ihrer letzten viel besuchten Ausstellung »Vanitas«, Vergänglichkeit, bei der verwelkte Blumen und Blätter zu sehen waren, hat sich die Künstlerin nun dem Thema Frühling zuwandt. Sie hat für die Arbeiten bewusst Früchte ausgesucht, die nicht der EU-Norm entsprechen, mit Fehlern behaftet sind. »fragil.frugal« nennt sie ihre Ausstellung, und so wirken die Scanografien auch: zart und fein, schlicht und doch opulent. Insgesamt 35 Arbeiten sind im Frauenzentrum EWA, »Erster weiblicher Aufbruch«, in der Prenzlauer Allee nun bis zum 4. Mai zu sehen. Dieses Zentrum hat Almut Ilsen, die sich bei den oppositionellen Frauen für den Frieden in der DDR engagierte, 1989 mitgegründet. Einen Namen gemacht hat sich die Chemikerin und Bibliothekarin auch als Fotografin. Das musste sie nach einer Augen-OP an den Nagel hängen. Und kam auf die Scanografie, eine noch junge Kunstrichtung. »Ich möchte auf einfache Weise an die Schönheit des Lebens erinnern«, sagt sie.

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