Ort ohne Worte
Die Farben des Schweigens
Friedrich Christian Delius wurde als Fünfjähriger zum Stotterer. Sein spät vom Krieg heimkehrender Vater bricht in sein Leben und die innige Beziehung zur Mutter ein, mit doppelt angsteinflößender Macht als Familienpatriarch und Pastor in einer Provinzstadt. Weil das Stottern so beschämend ist, wird er zum schweigsamen Jugendlichen, der quälend nach Worten suchen muss, die sich aussprechen lassen, zum Mann, der lieber schreibt als spricht. Später dann zum Schriftsteller, der die fertige, schablonenhafte Sprache seziert, die Sprachformeln der Mächtigen, die Gemeinplätze der Marketingexperten.
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Mia Laurenz, geboren 1973, ist Ärztin in einer Suchtklinik. Sie heißt eigentlich anders, möchte aber an ihrem Arbeitsplatz und in ihrem Bekanntenkreis nicht erkannt werden.Fritz Betz ist Psychotherapeut in der Wiener Neustadt und zusammen mit René Reichel Autor des Buches »Schweigen macht Sinn« (Facultas 2021).Philipp Berger, geboren 1986, ist IT-Projektleiter und schreibt aus Rücksicht auf seine Herkunftsfamilie (beide Eltern leben noch) und seine berufliche Stellung unter Pseudonym.Gerlinde Winkler, geboren 1959, ist Bibliothekarin und Vorstandsmitglied im Loccumer Arbeitskreis Meditation.Gunhild Seyfert, geboren 1959, ist freiberufliche Journalistin, Referentin für Seminare in Kreativem Schreiben und für Meditation.Hans-Joachim Tambour, geboren 1962, ist Religionslehrer und Schulseelsorger an einer Schule in katholischer Trägerschaft in Hofheim/Taunus und tätig in der theologischen Erwachsenenbildung.

