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Ort ohne Worte
Die Farben des Schweigens

Schweigen ist vieldeutig. Sechs Menschen berichten von der Sehnsucht nach einem Ort ohne Worte. Aber auch von Sprachlosigkeit und bedrückender Stille.
von Gunhild Seyfert vom 04.03.2022
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Schweigen schafft weiten Raum: Wenn es freiwillig erfolgt und aus freien Stücken beendet werden kann. (Foto: istockphoto/Borut Trdina)
Schweigen schafft weiten Raum: Wenn es freiwillig erfolgt und aus freien Stücken beendet werden kann. (Foto: istockphoto/Borut Trdina)

Friedrich Christian Delius wurde als Fünfjähriger zum Stotterer. Sein spät vom Krieg heimkehrender Vater bricht in sein Leben und die innige Beziehung zur Mutter ein, mit doppelt angsteinflößender Macht als Familienpatriarch und Pastor in einer Provinzstadt. Weil das Stottern so beschämend ist, wird er zum schweigsamen Jugendlichen, der quälend nach Worten suchen muss, die sich aussprechen lassen, zum Mann, der lieber schreibt als spricht. Später dann zum Schriftsteller, der die fertige, schablonenhafte Sprache seziert, die Sprachformeln der Mächtigen, die Gemeinplätze der Marketingexperten.

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