Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
»Alle Menschen sind Ausnahme einer Regel, die nicht existiert.« Dieser Satz des großen portugiesischen Schriftstellers Fernando Pessoa wird im Text meiner Kollegin Anne Strotmann zitiert (Seite 30). Es geht um trans* Menschen, die sich weder als männlich noch als weiblich verstehen oder anders, als es ihnen nach der Geburt zugeschrieben wurde. Sie werden nicht nur von der katholischen Kirchenlehre in ihrer Identität nicht anerkannt. Jeder Mensch aber hat dieselben Rechte, unabhängig von »Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer und sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft«. So heißt es in der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen. Du bist verschieden von den anderen – man sagt heute: divers – und hast dennoch die gleichen Rechte. Das ist der Kern einer universalistischen Moral. Gleichförmigkeit ist keine Voraussetzung für Gemeinsinn. Ja, nach Pessoa gibt es keine Regel, der wir gleichen: Jeder Mensch ist einzigartig, divers zu allen anderen. So einfach ist das und doch so schwer.
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Christoph Fleischmannist Redakteur im Ressort »Religion & Kirchen«.
