Kampfbegriff Pull-Faktor
CDU-Chef Friedrich Merz und andere Politiker haben Geflüchteten aus der Ukraine vorgeworfen, vor allem nach Deutschland zu kommen, um Sozialleistungen zu erhalten. Das Geld sei ein sogenannter Pull-Faktor, argumentieren sie. Fachleute aus der Wissenschaft widersprechen dem: In der wissenschaftlichen Diskussion spiele der Begriff mittlerweile keine große Rolle mehr, zitiert der Mediendienst Integration den Migrationsforscher Jochen Oltmer. »Wir wissen heute, dass Migration viel komplizierter ist.« In der politischen Debatte sei der Pull-Faktor zum »politischen Kampfbegriff« geworden. Die Äußerungen erinnerten ihn an die Debatte über angebliche »Sozialschmarotzer« in den 1990er-Jahren. »All diese Begriffe dienen dazu, Ängste vor Chaos und unkontrollierter Zuwanderung zu schüren.«
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