Wenn »deutsch« wieder Schimpfwort wird
Das nationale Gedenken an den Beginn des Warschauer Aufstandes am 1. August 1944 hat in Polen einen hohen Stellenwert. 2017, im zweiten Jahr der Regierungsübernahme durch die national-konservative Partei »Recht und Gerechtigkeit« (PiS) von Jaroslaw Kaczynski, wurde dieses Gedenken vielerorts wie ein Hochamt gegen die Deutschen zelebriert. Bei PiS-Parlamentariern und in vielen Medien, vor allem im staatlichen Fernsehen, herrschte Deutschland gegenüber ein rüder, feindseliger Ton. Vizeverteidigungsminister Bartosz Kownacki erklärte, es könne nicht sein, dass »die Kinder und Enkel dieser degenerierten Verbrecher uns heute Demokratie beibringen wollen«.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Joachim Garstecki, Theologe, Friedensarbeiter, war Referent für Friedensfragen beim Kirchenbund in der DDR und von 1991 bis 2000 Generalsekretär der deutschen Sektion von Pax Christi.
