Kaleidoskop der Religionen
Spanienreise
Das Institut für das Studium der Religionen und den interreligiösen Dialog der Universität Fribourg bietet mit seinem Leiter Prof. Mariano Delgado regelmässig Reisen nach Spanien durch. Seit Beginn des zweiten Jahrtausend gilt Spanien als Land, in dem Christen, Muslime und Juden miteinander in Frieden lebten. Diese Behauptung ist eine Mischung aus historischer und mythischer Betrachtung – gerade deshalb aber eine These, die zu Erkenntnissen führt, die für den Dialog unter den Religionen auch für heute von grosser Bedeutung ist. Cordoba wurde 756 von Abd al-Rahman I. erobert. Damit setzte ein grosser Wissenstransfer aus Arabien nach Spanien ein. 40 000 Bücher standen in der Bibliothek der Stadt. Am 29. Juni 1236 wurde Cordoba von König Ferdinand III. erobert. Erstmals geriet ein grosser Teil der jüdischen und muslimischen Bevölkerung unter christliche Herrschaft. Die katholischen Könige wollten aber keinen Staat errichten, in dem nur Christen leben durften. Es lag ihnen viel daran, die Bevölkerung zusammenzuhalten. Im 14. Jahrhundert rief Erzbischof Feran Martinez dann allerdings vehement zu Judenverfolgungen auf, und die Kreuzzüge veränderten die Situation völlig. Der Religionsfriede wurde zerstört. Zum Glück blieb die Moschee von Cordoba (Bild) erhalten. Sie ist ein eindrückliches Zeugnis relativen Friedens unter den Religionen. Das Minarett blieb bestehen, wurde allerdings von einem Kirchturm ummantelt. Und in die Moschee wurde eine Kathedrale eingebaut, ohne jedoch die Grundstruktur der Moschee zu zerstören. Xaver Pfister
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