Die Brandstifter
Ich habe Asmeret (Name geändert) beim Deutschunterricht in der Klubschule kennengelernt. Anfangs noch scheu, erzählte sie uns mit der Zeit ihre ganze Geschichte. Die ausgebildete Ingenieurin befindet sich seit 2011 in der Schweiz. Sie schildert ihr Leben als Angehörige des Mittelstands in der Nähe von Nakfa, einer Stadt im Norden des Landes. Nach dem Schulabschluss werden in Eritrea automatisch alle Abgängerinnen und -gänger in den Militärdienst eingezogen – die meisten für ein Leben lang. Es geht also nicht um ein paar Wochen Rekrutenschule und einige Wiederholungskurse, wie manche Vertreter der SVP uns wohl glauben machen wollen. Stattdessen hausen die jungen Männer und Frauen in den Militärlagern unter furchtbaren Bedingungen wie Gefangene ihres eigenen Regimes. Auf Fahnenflucht stehen Strafen in Lagern und Folter. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bezeichnet Eritrea als ein einziges »gigantisches Gefängnis«.
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