Vor der Zerstörung
Ein Hirte passiert mit seinen Schafen ein Familienpicknick am Sazlidere-Stausee. Der Stausee wird Teil der Istanbul-Kanalroute sein. Die türkische Regierung hat mit der Grundsteinlegung im Juni das gigantische Bauprojekt gestartet. Im Westen von Istanbul soll auf 45 Kilometern Länge ein künstlich angelegter Kanal entstehen, der wie ein zweiter Bosporus das Marmarameer mit dem Schwarzen Meer verbindet – mit massiven Folgen für Menschen und Natur. Der türkische Fotograf Kerem Uzel zeigt das Leben und die Landschaft vor der Zerstörung. Der Bürgermeister von Istanbul, weite Teile der Stadtbevölkerung und Fachleute kritisieren das Bauvorhaben heftig. Sie befürchten, das sauerstoffarme Wasser aus dem Schwarzen Meer werde durch den Kanal verstärkt in das Marmarameer fließen und das Binnenmeer zum Kippen bringen. Erdogan dagegen nennt den Kanal »ein Werk von Weltklasse«.
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