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Pro und Contra
Muss die Kirche arm sein?

Das Erzbistum München und Freising hat sein Vermögen öffentlich gemacht: Es beträgt 6,3 Milliarden Euro. Ist solch ein Reichtum der Kirche angemessen? Braucht sie so viel, um Seelsorge und Nächstenliebe organisieren und Kirchen erhalten zu können – oder widerspricht das dem Evangelium?
vom 08.07.2016
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Ja, sonst verleugnet sie den Auftrag Jesu

Die Kirche sollte arm sein. Diesen Anspruch muss sie versuchen zu leben. Sonst gibt sie einen Wesenskern auf und verliert Elan und Lebendigkeit! Zwei biblische Schlüsseltexte machen das deutlich: Im ersten begegnet der Wanderprediger Jesus einem begüterten jungen Mann (Matthäus 19, 16-30). Im zweiten kommt Jesus mit einem führenden Mann, einem Schriftgelehrten oder Pharisäer, ins Gespräch (Markus 10, 17-31). Der Appell Jesu an beide ist kurz und klar: »Geh, verkaufe alles, was du hast, und gib das Geld den Armen.« Jesus verheißt ihnen, dass sie dafür »einen Schatz im Himmel« erhalten. Beide Männer, so die Überlieferung, reagieren gleich: Sie gehen traurig davon, denn sie sind sehr reich. Diese Schriftstellen sind der Stachel im Fleisch der etablierten Kirche. Genau wie den Männern fällt es der Kirche allzu schwer, ererbten Reichtum und erworbene Macht aufzugeben.

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