Pro und Contra
Muss die Kirche arm sein?
Ja, sonst verleugnet sie den Auftrag Jesu
Die Kirche sollte arm sein. Diesen Anspruch muss sie versuchen zu leben. Sonst gibt sie einen Wesenskern auf und verliert Elan und Lebendigkeit! Zwei biblische Schlüsseltexte machen das deutlich: Im ersten begegnet der Wanderprediger Jesus einem begüterten jungen Mann (Matthäus 19, 16-30). Im zweiten kommt Jesus mit einem führenden Mann, einem Schriftgelehrten oder Pharisäer, ins Gespräch (Markus 10, 17-31). Der Appell Jesu an beide ist kurz und klar: »Geh, verkaufe alles, was du hast, und gib das Geld den Armen.« Jesus verheißt ihnen, dass sie dafür »einen Schatz im Himmel« erhalten. Beide Männer, so die Überlieferung, reagieren gleich: Sie gehen traurig davon, denn sie sind sehr reich. Diese Schriftstellen sind der Stachel im Fleisch der etablierten Kirche. Genau wie den Männern fällt es der Kirche allzu schwer, ererbten Reichtum und erworbene Macht aufzugeben.
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Hubert Wurz,geboren 1939, ist seit 50 Jahren Franziskaner. Er arbeitete in der Erwachsenenbildung – Yoga, Fasten, Zen – und ist seit 2015 Seelsorger in Waren/Müritz.
Thomas Begrich,geboren 1950, leitete die Finanzabteilung der Evangelischen Kirche in Deutschland. In der DDR musste er sein Theologiestudium abbrechen, als er den Wehrdienst verweigerte. Später studierte er Jura und BWL.
