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Ein liebender Gott will keine Opfer !

Sühne, Schuld und Scheitern sind nicht das Zentrum des Christentums, und Gott ist kein Sadist: Warum Jesus mit einem Opferlamm rein gar nichts zu tun hat
von Adolf Holl vom 21.04.2000
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Irgendwann vor langer Zeit ist irgendwo ein Mensch auf den absurden Gedanken verfallen, durch die Vernichtung von Sachwerten, Pflanzen, Tieren oder Menschen ein gottwohlgefälliges Werk zu tun. Dieser (im genauen Sinn des Wortes) destruktive Einfall steht am Beginn der Kulturgeschichte des Opferbringens. Der Erfinder des Opferbringens war offenkundig verrückt. Er stellte sich Gott als ausgesprochenen Sadisten vor, mit einem starken Verlangen nach verbranntem Korn, blutigen Kadavern und Kinderleichen. Die Predigt des ersten Opfers war einfach, und in ihr ist der Erfolg seiner Erfindung begründet. Er behauptete: Wir alle sind Sünder. Um Gott versöhnlich zu stimmen, müssen wir ihm Opfer bringen.Diese erste Opferpredigt ist allem Anschein nach unter traurigen Umständen gehalten worden - während einer Dürreperiode zum Beispiel. Heitere und zufriedene Menschen hätten den ersten Opfertheologen bestenfalls ausgelacht. Unter den Jägervölkern, welche die früheste und längste Kulturstufe der Menschen vertreten, findet sich das Opferbringen nicht. Unter verzweifelten Bauern (Kain) und Viehzüchtern (Abel) hat der Opfergedanke jedoch Fuß fassen können.

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