Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
beim Aufräumen ist mir die Osterausgabe von 2020 in die Hände gefallen. Das Heft erschien auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle. Nudeln und Toilettenpapier waren Mangelware und wurden rationiert. Heute ist es Sonnenblumenöl. Wir haben damals das Osterheft unter den Titel gestellt: »Der Sinnlosigkeit widerstehen«. Heute müsste man ergänzen: »… und der Brutalität!« Die Bilder aus dem ukrainischen Butscha zeigen (wieder einmal), zu welch sinnloser Grausamkeit Menschen fähig sind, zumal im Krieg. Aber wie kann man dem Sog der Gewalt widerstehen? Ist es überhaupt möglich? Viele Beiträge in diesem Heft spiegeln diese Frage. Im Theologie-Ressort geht es um Opfer und Opferbereitschaft, um gefährliche Narrative, die sich damit verbinden. Und um die Frage, wie Mahatma Gandhi und Simone Weil Opfer und Gewaltfreiheit zusammendenken (Seite 30). Im Interview befragen wir den Mennoniten-Pastor Benjamin Isaak-Krauß über die Wirkung des gewaltfreien Widerstands (Seite 36). Der Theologe Jürgen Ebach schreibt sehr persönlich und doch wissenschaftlich fundiert über die Hoffnung auf Auferstehung (Seite 33).
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Michael Schromist Leiter des Ressorts »Religion und Kirchen«.
