Halbherzige Lösung
Die Erwartungen der Betroffenen waren groß, jetzt ist ihre Enttäuschung noch größer. Was die katholischen Bischöfe in Deutschland sich ausgedacht haben, um mit den Opfern sexueller Gewalt in der Kirche auf einen Nenner zu kommen, ist juristisch geschickt und ethisch misslungen. Es fängt bei der Wortwahl an: Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, stellte Anfang März in Mainz die »Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids« vor. Diese Formulierung ist nicht nur geschraubt, sondern offenbar von Juristen auf alle Eventualitäten hin abgeklopft. Entscheidend ist, nicht von »Entschädigung« zu sprechen. Wer sich in der Juristerei nicht auskennt, wird kaum einen Unterschied zur »Anerkennung des Leids« bemerken. Aber es ist ein gewaltiger. Wer nur Leid anerkennt, ist nicht wirklich verantwortlich, sondern erklärt sich gewissermaßen für pastoral zuständig. Es ist eine paternalistische Geste, mit der operiert wird. Und sie hat konkrete finanzielle Folgen.
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