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Sind wir die Verdammten dieser Erde?

Die Schriftstellerin Yanick Lahens überlebte das Erdbeben in ihrer Heimat Port-au-Prince
von Yanick Lahens vom 29.01.2010
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Warum wir? Schon wieder wir, immer wir? Als wären wir nur auf der Welt, um die äußersten Grenzen des Menschlichen auszumessen, der Armut und des Leidens; um diesen Prüfungen standzuhalten und sie in Lebenskraft, in rettende Kreativität umzuwandeln. Die erste Antwort auf meine Frage fand ich in den Liedern, die auch in jener Nacht nach dem Erdbeben nicht verstummten. Als würden die Stimmen, die da ins Dunkel aufstiegen, sich resolut von Unglück und Verzweiflung abwenden. Nur die Posaune des Engels der Apokalypse hätte noch gefehlt, um das Ende der Welt zu verkünden – wären da nicht der Mut, die Solidarität und die unfassbare Geduld Einzelner gewesen, die uns an den Kern des Wesentlichsten zurückbanden: An jenes Prinzip der Mitmenschlichkeit, das niemals untergehen darf und das den Armen so vertraut ist. Die wenigen unvermeidlichen Plünderungen, auf die sich die Medien so begierig stürzen: Welches Gewicht kommt ihnen zu angesichts solcher Selbstbehauptung von Leben und Würde?

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