Publik-Forum Dossier: Fair statt billig
Der diesjährige Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi sagt es deutlich: »Der Kampf gegen Kinderarbeit steht und fällt mit den Konsumenten.« Lieferanten, Händler und Produzenten reagieren auf die Wünsche der Kunden. Fragen diese allein nach möglichst billigen Waren, dann fördern sie Kinderarbeit und Löhne, von denen niemand leben kann. Verlangen sie dagegen Blumen, Spielzeug oder Kochschürzen, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden, kann sich viel ändern.
Insbesondere die Kommunen und die Kirchen sind hierbei gefragt. Immerhin kaufen sie zusammen jährlich für mehr als 400 Milliarden Euro ein. Sie geben jedes Jahr mehr Geld aus als die Bundesregierung. Man stelle sich nur vor, was sie erreichen könnten, wenn sie alle ihre Einkäufe an soziale und ökologische Bedingungen binden würden.
So weit ist es noch nicht. Dass es aber möglich ist, die eigene Beschaffung ökofair umzustellen, das zeigen zum Beispiel die Städte Dortmund, München und Delmenhorst. Auch immer mehr Kirchengemeinden stellen ihren Einkauf um: Sie sparen Energieverbrauch, kaufen fair und umweltgerecht statt billig.
Doch die Erfahrung zeigt, dass Kirchen und Kommunen oft erst dann über einen ökofairen Einkauf nachdenken, wenn sie von engagierten Bürgern und Gemeindemitgliedern darauf gestoßen werden. Das jedoch geschieht viel häufiger als früher. Die »Bewegung für eine ökofaire Beschaffung« will dieses Dossier stärken.
Wer aktiv werden will in Kirche, Schule oder Kommune, findet hier eine Anleitung zum Handeln – und Argumente gegen die Einwände von Kritikern und Nörglern, denen man überall begegnet. Das überzeugendste Argument sind dabei jene Menschen, denen der gerechtere Einkauf bereits geholfen hat. Wie der Bananenbauer Juan Aquino Vilchez, der dank des fairen Handels nun seine vier Kinder in die Schule schicken kann.
