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Abschied vom Wachstumswahn

Niemand kann sich vorstellen, dass die Wirtschaft ins Unendliche wächst. Trotzdem steigen zum Beispiel die Managergehälter jährlich und werden damit zum Sinnbild für den Wachstumswahn. Politik und Wirtschaft setzen nicht dagegen. Obwohl es Alternativen gibt
von Wolfgang Kessler vom 06.03.2013
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Autos, Autos, wohhin man sieht: Die Massenproduktion von Waren nahm in den  1980er Jahren so richtig Fahrt auf; bis heute wird sie immer weiter gesteigert. (Foto: pa/Michel)
Autos, Autos, wohhin man sieht: Die Massenproduktion von Waren nahm in den 1980er Jahren so richtig Fahrt auf; bis heute wird sie immer weiter gesteigert. (Foto: pa/Michel)

Noch mehr Autos, noch mehr Fernseher, alle drei Monate ein neues Handy, alle sechs Monate einen neuen PC – das kann nicht gut gehen, sagen viele zumindest hinter vorgehaltener Hand. Und wenn alle Menschen auf der Welt so viele Autos fahren, so viele Fernseher haben, so viele PCs betreiben wie wir Deutschen oder gar die Amerikaner, dann »gute Nacht, Erde«.

Viele Ökonomen wissen längst, dass Wachstum die Gesellschaft mehr kostet, als es bringt. Und wenn es mit Millionen Niedriglöhnern erzielt wird, trägt es auch nicht zu mehr Gerechtigkeit bei. »Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen. Wir brauchen endlich eine nachhaltige Entwicklung«, sagt auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

Kleine Schritte, aber kein großer Wurf

So weit, so gut. Doch obwohl alle wissen, dass es so nicht weitergehen kann, machen Politik, Unternehmen, Gewerkschaften und viele Verbraucher weiter wie bisher. Natürlich gibt es Ausnahmen: Manche Bürger haben sich von hemmungslosem Konsum verabschiedet, kaufen bewusst nur, was sie brauchen, entscheiden dabei genau, was sie kaufen, nutzen viele Waren und Dienstleistungen, ohne sie zu besitzen. Doch obwohl eine Minderheit der Konsumenten umdenkt, hat dies bisher kaum Auswirkungen auf den Gang der Entwicklung. Die Wachstumsspirale dreht sich weiter.

Politik muss ein einfacheres Leben einfacher machen

Ist der Abschied vom Wachstumswahn also eine Illusion? Nicht unbedingt. Gelingen wird er aber nur, wenn die Politik auf Alternativen zur rastlosen Wachstumswirtschaft setzt. »Die Politik muss es einfacher machen, einfacher zu leben«, sagt die Wirtschaftswissenschaftlerin Angelika Zahrnt. Wie dies gehen kann, beschreibt die langjährige Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in der aktuellen Ausgabe von Publik-Forum (5/2013).

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