Hier pfarre ich, ich kann nicht anders
von
Ruth Misselwitz
vom 31.10.2012
Ruth Misselwitz: »Mehr als dreißig Jahre habe ich in dieser Kirche erlebt, zehn Jahre in der DDR, 21 Jahre in der Bundesrepublik. In dieser Zeit wehte mir der protestantische Geist manchmal ziemlich heftig entgegen.« (Foto: Pramme)
Mitten auf dem Dorfanger steht sie, die alte Pfarrkirche zu Pankow. Um sie herum donnert der Straßenverkehr, über ihr die tief landenden Flugzeuge nach Tegel, unter ihr die Grüfte mit Särgen aus Generationen davor. Seit sechs Jahrhunderten bildet sie das Herz von Pankow. Die Stürme der Zeit sind über sie hinweggefegt, Freud und Leid haben ihre Spuren in den Steinen hinterlassen: wirtschaftlicher Aufschwung und Niedergang, Kriege und Hungersnöte, Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen und wieder Taufen.
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Ruth Misselwitz wurde 1952 im brandenburgischen Zützen geboren und wuchs in einem evangelischen Pfarrhaus auf. Sie gehörte zur kirchlichen Oppositionsbewegung in der DDR. Nach 1990 engagierte sie sich politisch und kirchlich in vielen Bereichen; unter anderem ist sie Mitglied im Kuratorium der Stiftung Friedliche Revolution.

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