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Berufung – den eigenen Weg gehen

Ein junger Pilot, der seine letzte Prüfung bestanden hatte, sagte nach seinem Flug: »Als ich über den Wolken flog und den Sonnenaufgang sah, da wusste ich, dass meine Entscheidung richtig war, dass mein Beruf meine Berufung ist.« Das neue Publik-Forum EXTRA versammelt Berufungsgeschichten, die es in sich haben
von Klaus Hofmeister vom 25.01.2015
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Welcher Weg ist der richtige? Menschen, die eine klare Berufung spüren, wissen es an einem bestimmten Punkt ihres Lebens. (Foto: Thinkstock/getty/imegastocker)
Welcher Weg ist der richtige? Menschen, die eine klare Berufung spüren, wissen es an einem bestimmten Punkt ihres Lebens. (Foto: Thinkstock/getty/imegastocker)

Fast immer, wenn Menschen davon erzählen, dass sie ihrem inneren Ruf gefolgt sind, verbinden sie diese Erfahrung mit Glück. Lebensglück. Wenn jemand sagt: »Endlich habe ich das Gefühl, selber zu leben und nicht mehr gelebt zu werden«, dann spiegelt das etwas von der Freude, das eigene Ich, die eigene Lebensberufung gefunden zu haben. Ich gehe meinen Weg. Ich traue mich. Jeder Mensch hat eine unverwechselbare Lebensmelodie. Das Leben ist die Einladung, sie zu entdecken und zum Klingen zu bringen. Menschen können sich zu vielen Aufgaben zu allen Zeiten ihres Lebens berufen fühlen. Es kann sein, dass sie einer Berufung zum Künstler oder Handwerker folgen, dass ein Ruf an sie ergeht, anderen Menschen in schwerer Not zu helfen und dafür sogar ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Es kann sein, dass sie sich zum Priester berufen fühlen oder dass sie ihre Erfüllung in der Sorge für ihre Familie sehen.

Aufmerksamkeit, ein wacher Geist sind nötig für das, was tief drinnen lockt, ruft und gelebt werden möchte. Die Seele kennt den Weg. Wenn sich ein Mensch zu verirren droht, sendet sie Signale, sei es im Traum oder in »zufälligen« Ereignissen, die zu einer Kurskorrektur ermutigen. Manchmal meldet sich auch der Körper und ruft um Hilfe. Doch welcher Ruf geht mich wirklich an? Denn Berufung ist nicht immer ein Ruf ins Leben. Vorsicht vor den falschen Lockrufen, denn es gibt Menschen, die sich »zu Höherem« berufen fühlen und dabei andere ins Unglück stürzen.

In religiösen Traditionen ist der Begriff Berufung nicht fremd. Die Bibel erzählt viele Geschichten von Frauen und Männern, die sich gerufen fühlen, aufzubrechen, neue Wege zu gehen. Manchmal bedeutet das den Auszug aus den Komfortzonen des Lebens. Wenn Christen sich bewusst dem Anruf der Armen aussetzen, deren Elend »zum Himmel schreit«. Und nicht immer sind Berufung und Beruf in einem Atemzug zu nennen. Berufung kann auch außerhalb des Arbeitsplatzes, oft sogar nach der Pensionierung, eine Chance bieten, dem Leben noch einmal neue Freude und Sinn zu geben.

Wir erzählen in diesem EXTRA von Menschen, die sich um ein Leben bemühen, zu dem sie möglichst voll und ganz »Ja« sagen können, indem sie ihrem Ruf folgen.

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