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Einen Scheiß muss ich

Was selbst ernannte Bescheidwisser raten, sollten wir nicht ganz so ernst nehmen
von Armin Rohrwick vom 23.12.2020
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Etwa jedes siebte Buch, das in Deutschland verkauft wird, ist ein sogenannter »Ratgeber«. Von der Wiege bis zur Bahre stehen uns also eine Menge Tipps und Tricks helfend zur Seite. Frauen können etwa »Endlich schwanger!« werden, wenn sie mit ihrem Partner »die 15 besten Tipps« beherzigen, »damit Ihr unerfüllter Kinderwunsch wahr wird«. Geht es irgendwann dem Ende zu, ist »Sterben lernen« möglich, verspricht uns »das Buch für den Abschied«. Und für dazwischen gibt’s allerlei psychologische Lebens- und Beziehungshilfe, Handreichungen für den Alltag, knallharte Tricks für die eigenen Finanzen, Anweisungen für die Kindererziehung, Programme für die richtige Ernährung, Trainingspläne für die Fitness und, nicht zu vergessen, eine breite Palette an medizinischen Vademecums für den interessierten Nichtmediziner. Wer sich erst gar nicht mit lästigen Detailfragen aufhalten will, kann auch gleich zu einem Titel greifen, der alle Beschwernisse des Erdendaseins überwindet: »Werde übernatürlich. Wie gewöhnliche Menschen das Ungewöhnliche erreichen«, raunt uns ein gewisser Dr. Joe Dispenza zu. Geht’s noch?

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