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Leserbrief
Scheindebatte

vom 12.12.2023
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Bei aller Wertschätzung einer pazifistischen Gesinnung: Bei einem Gegner, der Menschenrechte und Demokratie mit Füßen tritt, ist die Vorstellung, wir könnten uns »wehrhaft ohne Waffen mit gewaltfreiem Widerstand« retten, naiv. Bei der Kreuzzugsmentalität, die in der derzeitigen Moskauer Diktatur vorherrscht, würden wir schnell mit zynischem Dankeschön einem menschenverachtenden Regime unterworfen. Unser Frieden wurde seit dem Zweiten Weltkrieg durch Wehrhaftigkeit und ein ausreichendes Maß an Abschreckung erhalten, die Nato-Neumitglieder Finnland und Schweden wissen das ganz genau. Pazifismus sollte eine persönliche Entscheidung bleiben, darf aber nicht den Mitmenschen verordnet werden und schon gar nicht Maß staatlichen Handelns sein. Thomas Herholz, Kiel

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 24/2023 vom 15.12.2023, Seite 62
Der Hirte bin ich
Der Hirte bin ich
Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe über Weihnachten zwischen Kitsch und Verheißung

Die Debatte um die »Kriegstauglichkeit« ist eine Scheindebatte. Wenn man als Staat demokratisch legitimiert eine Armee aufbaut, die sehr hohe Kosten verursacht, wäre es absurd, diese Armee unfähig zu lassen, im Ernstfall das zu tun, weshalb man sie installiert hat. Das bedeutet aber nicht, dass diese Armee ein politisches Instrument zur expansiven politischen Kriegsführung wird, wie das nicht nur Russland, sondern auch Nato-Staaten getan haben und noch tun. Deutschland ist nach dem Grundgesetz nur zur Landesverteidigung ermächtigt. Fantasien, die Bundeswehr auch zum Durchsetzen außenpolitischer Ziele durch militärische Drohung einzusetzen, verbietet nicht nur das Grundgesetz, sondern auch die Friedensethik. Diese pazifistische Selbstbeschränkung ist die DNA unseres historischen Erbes. Christian Wilhelm, publik-forum.de

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