Zur mobilen Webseite zurückkehren

Das Findelkind

Als Baby wurde sie im Wald gefunden. In einer Plastiktüte. Die Frage nach ihrer Herkunft beschäftigt die 42-Jährige bis heute
von Marion Mück-Raab vom 18.12.2009
Artikel vorlesen lassen

Ich wusste immer, dass ich adoptiert bin. Aber dass ich ein Findelkind bin, darum haben meine Eltern jahrelang ein Geheimnis gemacht. Sie haben mir erzählt, meine leiblichen Eltern seien bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Ich konnte das nicht glauben. Kurz vor meinem siebzehnten Geburtstag habe ich Druck gemacht: Ich wollte meine Geburtsurkunde sehen. Meine Eltern haben es mir schließlich gesagt. Ich war fassungslos. Es war nicht nur der Umstand, keinen Namen zu haben. Ich wurde im September 1967 in einem Wald in Ostwestfalen gefunden, in einer Plastiktüte. Da war ich schon etwa zwei Wochen alt. Immer wieder habe ich mich gefragt, warum ich nicht wenigstens an einem sicheren Ort abgelegt wurde. Vor einer Kirche, in einem Krankenhaus? Immer wieder quälte mich die Frage, warum man mich nicht haben wollte. Als ich mit 24 Jahren schwanger war, habe ich eine größere Aktion gestartet, um meine leibliche Mutter zu finden. Ich bin in diesen Wald gefahren, habe mich an die Lokalzeitungen gewandt. Es kostete mich viel Kraft, so viel von mir preiszugeben. Deshalb will ich ich auch nicht, dass mein Name in der Zeitung steht.

  Gedruckt + Digital  
  Digital  

Hören Sie diesen Artikel weiter mit P F plus:

4 Wochen freier Zugang zu allen P F plus Artikeln inklusive ihh Payper.

Jetzt für 1,00 Euro testen!

Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0