Der verpönte Schatten
Das Fremde wird schon vom Säugling mit gemischten Gefühlen erfahren, nämlich mit Angst, aber auch mit Neugier und Faszination. Überwiegt die Angst, wird das Fremde gemieden, entwertet und abgelehnt. Überwiegt die Neugier, wird es bestaunt und erkundet. Man kann mit dem Fremden in kreativen Kontakt treten und Berührungsängste überwinden. Das führt zur Ausweitung des Erlebens und Verhaltens. Doch je schwächer oder bedrohter das Selbstwertgefühl und die eigene Identität sind, desto stärker ist die Angst vor dem Fremden.
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Alfred Kirchmayrgeboren 1942, ist katholischer Theologe, Sozialphilosoph und Psychoanalytiker in freier Praxis in Wien.
