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»Macht man das immer noch?«

Braunkohle soll in der Lausitz dreißig Jahre länger als geplant abgebaut werden.
Der Widerstand wächst. Ein Besuch in einem der größten Tagebaue im Land
von Rebekka Sommer vom 25.10.2013
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Wenn Zugfahrende wissen, dass sie längere Zeit gemeinsam in einem Abteil sitzen, tauschen sie oft Reisegeschichten aus. So ist es auch bei dieser Fahrt im ICE in Richtung Leipzig. Er fahre zu seiner Lebensgefährtin nach Dresden, erklärt mir ein Mittvierziger aus Zürich und klappt sein Notebook zu. Was ich denn in der Lausitz wolle? Als ich ihm von meiner Recherchereise erzähle, sagt er verblüfft: »Wie, Dörfer wegbaggern wegen Braunkohle – macht man das heute immer noch?« Dass Braunkohle nicht nur der billigste, sondern auch der dreckigste Energieträger sei, wisse doch jedes Kind. Ebenfalls aus der Schweiz, vom Vierwaldstätter See, kommt ein junger Handwerker mit brandenburgischem Akzent. Er nickt wissend und erinnert sich, wie nahe seinem Heimatort 2004 das Dorf Horno abgebaggert wurde: »Manche Menschen haben sich an ihren Gartenzäunen festgekettet.« Dann krault er seinen Hund Rocky und schweift in eine Erzählung ab, die von Ostfrustration und Hartz-IV-Karrieren früherer Kollegen handelt und vom beruflichen Glück, das er in der Schweiz gefunden hat.

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