»Beim Essen einen Moment die Sorgen vergessen«
Der Mann aus Nepal habe angefangen zu zittern, als er hörte, dass heute eine Journalistin an den Mittagstisch kommen würde. Fotos zu machen sei darum ganz unmöglich, sagt Christianne Vallat. Sie leitet den Mittagstisch für Sans-Papiers in Bern gemeinsam mit drei weiteren Frauen. »Einige der Menschen, die hierher kommen, leben in der Illegalität und sind darum sehr vorsichtig.« Die ältere Dame – seit 15 Jahren pensioniert – wirkt sehr gepflegt, sie strahlt etwas Mütterliches aus, wie sie da beim Eingang des grossen Saals im Pfarreizentrum St. Marien in Bern sitzt und den Eintretenden die Hand zur Begrüssung reicht. Und diese kommen in Scharen: Frauen, auffallend viele Männer, Jugendliche, Kinder. Viele von ihnen dunkelhäutig. Im Durchschnitt seien es 40 bis 50 Leute, erklärt Christianne Vallat. Die meisten sind Sans-Papiers und abgewiesene Asylbewerber, für sie ist das Mittagessen gratis, die anderen bezahlen fünf Franken.
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