Achtsamkeit im Christentum
Achtsamkeit verbinden viele mit dem Buddhismus; von daher hat sie auch Einzug im Westen gehalten. Doch auch im Christentum finden sich Übungen der Achtsamkeit - vor allem in der Mystik. Teresa von Avila (geboren 1515) etwa prägte den Begriff »inneres Gebet« und meinte damit eine betende Aufmerksamkeit auf das verborgene, allgegenwärtige Du Gottes. Nicht die Sache selbst also, wohl aber die Verwendung des Wortes Achtsamkeit ist in der christlichen Spiritualität relativ neu: Theologische Standardwerke wie das Lexikon für Theologie und Kirche oder Religion in Geschichte und Gegenwart oder das Praktische Lexikon der Spiritualität haben hierzu kein Stichwort. Heute wird die Kontemplation ganz selbstverständlich im Programm eines katholischen Exerzitienhauses als »alter christlicher Versenkungsweg« erläutert, der zu Achtsamkeit, Gelassenheit und der Erfahrung Gottes im eigenen Wesensgrund führen möchte. Kontemplative Exerzitien, heißt es dort, »führen in einen Prozess der inneren Wandlung und der Achtsamkeit«.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
