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Spiritprotokoll
Der Herzschlag der Anderen

Beim Tangotanzen fühlt sich Sara Mierzwa mit Anderen verbunden. Sie wünschte, in der Welt würde es immer so sein wie beim Tanzen.
von Sara Mierzwa vom 20.08.2021
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Beim Tanzen spürt man einen anderen Menschen ganz nah und gibt sich dem Moment hin (Foto: istockphoto/Miljan Lakic)
Beim Tanzen spürt man einen anderen Menschen ganz nah und gibt sich dem Moment hin (Foto: istockphoto/Miljan Lakic)

Wenn ich mich in eine Tangoumarmung mit einem anderen Menschen begebe, ist das ein sehr intensives und zugleich bruchstückhaftes Kennenlernen eines Fremden in kurzer Zeit. Wir suchen uns mit unseren Blicken und fordern einander zum Tanzen auf. Drei Tänze lang, eine »Tanda«, bewegen wir uns gemeinsam zur gleichen Musik, umgeben von einer Gruppe anderer Tänzerinnen und Tänzer. Das ist immer wieder ein besonderer Moment von Intimität: Wann dürfen wir sonst im Alltag anderen Menschen so nah sein, dass wir ihren Herzschlag spüren und ihren Geruch wahrnehmen können? Es ist eine ehrliche und unmittelbare Begegnung, die von Worten und Floskeln ungestört bleibt. Weil mich diese Momente immer wieder so sehr berühren, habe ich darüber ein Lied geschrieben, das so beginnt: »Langsam lege ich mein Herz an deine Brust, und du legst deine Hand auf meinen Rücken. Ich spüre deinen Herzschlag auf meinen Rippen. Und unser Atem findet einen Rhythmus.«

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