Kohle aus Kolumbien
Seit dem EU-Beschluss über ein Kohleembargo gegen Russland setzen Bundesregierung und deutsche Unternehmen verstärkt auf Steinkohle aus dem Norden Kolumbiens. Der dortige Tagebau bedroht die umliegenden indigenen Gemeinden; ihnen geht das Wasser aus. Die dort lebenden Menschen werden zudem zwangsweise umgesiedelt. Der Krieg in der Ukraine führt generell zu einem Ansturm auf Rohstoffe aus anderen Weltregionen. Wenn Unternehmen sich jetzt neue Lieferanten für Gas, Kohle und Öl suchen, müsse die EU per Gesetz sicherstellen, dass Umwelt und Menschenrechte wirksam geschützt werden, fordert die »Initiative Lieferkettengesetz«, ein Bündnis aus mehr als 130 zivilgesellschaftlichen Organisationen. Bislang sind deutsche und europäische Unternehmen nicht dazu verpflichtet. Das deutsche Lieferkettengesetz tritt erst 2023 in Kraft. Eine europaweite Regelung steht noch aus.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden

