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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2020
Erbsünde Rassismus
Schwarze Befreiungstheologie von der Sklaverei bis zur Ermordung George Floyds
Der Inhalt:

Wiedergeburt? Nicht in China!

von Michaela Haas vom 06.07.2020
Der Dalai Lama wird 85 und stellt die Reinkarnation infrage. Die Kommunisten suchen bereits seinen Nachfolger
Autorität im Exil: Der Dalai Lama wird 85 Jahre. (Foto: PA/MAXPPP)
Autorität im Exil: Der Dalai Lama wird 85 Jahre. (Foto: PA/MAXPPP)

Traditionell feiern Tibeter ihren Geburtstag nicht. Aber wenn der Dalai Lama am 6. Juli 85 Jahre alt wird, wird es sich die Welt nicht nehmen lassen, ihn für sein Lebenswerk zu ehren. Er ist eines der großen Idole der Friedensbewegung, international verehrt aufgrund seines gewaltlosen Einsatzes für sein tibetisches Volk und seiner humorvollen Belehrungen zu Mitgefühl und Völkerverständigung. Wegen der Pandemie und seines fortgeschrittenen Alters sitzt der buddhistische Mönch mit seinem kahlrasierten Kopf in seiner gelbroten Robe in Dharamsala am Fuß des nordindischen Himalajas und überträgt seine Belehrungen, die sonst bei seinen Auslandsreisen Zehntausende von Menschen anlocken, vor allem im Internet. »Wir müssen das Coronavirus mit Mitgefühl und auf wissenschaftlicher Basis bekämpfen«, sagt er von seinem Schreibtisch im Exil und schaut dabei über seine runde Brille hinweg. »Die Pandemie erinnert uns daran, dass jeder von uns anderen helfen kann, sei es als Krankenpfleger oder durch Abstandhalten.«

Mit jedem Geburtstag werden die Fragen drängender, was wohl aus der Institution des Dalai Lama wird. Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, lebt seit 1959 im Exil. Als 24-Jähriger flüchtete er, verkleidet als einfacher Soldat, vor den chinesischen Besatzern aus Lhasa. Bis heute ist es dort verboten, auch nur ein Bild von ihm zu besitzen. Die chinesische Armee zerstörte nach ihrer Besetzung Tibets über 6000 buddhistische Klöster, Tempel und historische Anlagen; insgesamt kamen mehr als 1,2 Millionen Tibeter ums Leben.

Trotz der Wut vieler jüngerer Tibeter über die anhaltende Unterdrückung verfolgt der Dalai Lama einen »Weg der Mitte«, spricht von Mitgefühl und Völkerverständigung und nennt Mahatma Gandhi als sei

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