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Im Bilde
Post per Kahn

von Birgit-Sara Fabianek vom 26.05.2026
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Für Andrea Bunar ist das Postaustragen per Kahn ein Traumjob. (Foto: pa/Patrick Pleul)
Für Andrea Bunar ist das Postaustragen per Kahn ein Traumjob. (Foto: pa/Patrick Pleul)

Einmal im Jahr wird Andrea Bunar kurz berühmt. Wenn die Postsaison im Spreewald beginnt, kommen Kamerateams aus ganz Deutschland nach Lehde, einem kleinen Dorf in Brandenburg. Sie filmen, wie eine Frau mit einem Kahn die Post austrägt. Dann fahren sie wieder. Bunar bleibt. Von April bis Oktober, montags bis samstags, rudert sie täglich acht Kilometer durch die Kanäle. Ihr Kahn ist neun Meter lang, angetrieben von einer Ruderstange, denn Motoren sind im Biosphärenreservat verboten. 65 Haushalte versorgt sie mit 600 Briefen und 80 Paketen pro Woche. Einen Kühlschrank hat sie schon geliefert, ein Fußballtor, einen E-Scooter, kürzlich eine große Säge. Seit 129 Jahren wird in Lehde die Post mit dem Kahn gebracht. Früher holten die Leute ihre Briefe sonntags noch in der Kirche ab. »Es ist definitiv ein Traumjob«, sagt Bunar. Ein Fitnessstudio zum Ausgleich braucht sie jedenfalls nicht.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 10/2026 vom 29.05.2026, Seite 2
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