Archäologie
Auf den Spuren der Schamanin
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Arbeiter entdeckten im Mai 1934 im Kurpark von Bad Dürrenberg ein Skelett. Die Knochen und Grabbeigaben wurden hastig geborgen.
Ein Beil aus Stein ließ Forscher vermuten, dass das Grab aus dem Neolithikum stammte, der Jungsteinzeit, in der die Menschen sesshaft wurden und Ackerbau betrieben. Solche Gräber sind relativ häufig. Doch den Nazis kam der Fund gelegen: Sie instrumentalisierten ihn als Beleg dafür, dass die »Arier« nicht etwa eingewandert, sondern quasi dem deutschen Boden entwachsen waren. Sie sahen im Skelett einen alten weißen Mann, einen mächtigen Stammesführer und Patriarchen. All das passte zu ihrer Blut-und-Boden-Ideologie. Sie irrten. Nicht nur war die Tote eine Frau, dunkelhäutig noch dazu, das Grab war auch deutlich älter.
Die Frau lebte vor 9000 Jahre
Die Sonderausstellung »Die Schamanin« ist bis zum 1. November im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle zu sehen.
Der vertiefende Begleitband mit 216 Seiten und 180 Abbildungen ist bei Hirmer erschienen und kostet 35 €.




