Pro und Contra
Forschung ohne Affen?
Ja, sie ist qualvoll und unnötig
Versuche an Affen sind ebenso wenig zu rechtfertigen wie Tierversuche im Grundsätzlichen. Die Hirnversuche sind für die Tiere qualvoll und für die Entwicklung von Therapien für Erkrankungen des Menschen weder notwendig noch klinisch relevant. Es handelt sich um zweckfreie Grundlagenforschung. Die Affen werden durch Durst gezwungen, jeden Tag stundenlang mit angeschraubtem Kopf Aufgaben am Bildschirm zu erfüllen. Über ein Bohrloch im Schädel werden Elektroden in das Gehirn eingeführt, bei manchen Tieren zudem eine Metallspule ins Auge eingepflanzt und Elektroden in die Sehrinde getrieben. Nur wenn die Tiere »kooperieren«, erhalten sie über einen Schlauch im Mund etwas Saft, sie müssen sich ihre lebensnotwendige Flüssigkeitsration »erarbeiten«. Diese Qual kann Jahre dauern, nur damit Forscher untersuchen können, wie ein Affe zählt oder auf Gesichter reagiert. Die Nutznießer sind nicht etwa kranke Menschen, sondern Experimentatoren, die sich mit Veröffentlichungen profilieren und Forschungsgelder einstreichen.
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Silke Strittmatter
, geboren 1973, ist Biologin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Pressesprecherin bei der Initiative »Ärzte gegen Tierversuche«.
Wolf Singer,
geboren 1943, ist Hirnforscher. Seit seiner Emeritierung führt er das »Singer-Emeritus-Department« am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main.
