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Museum
Nackte Heilige, Lust und Last

Die Kirche zwischen Sexualität und Schuld
von Norbert Copray vom 07.04.2023
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 Lucas Cranach der Ältere, Schhlummernde Quellnymphe, um 1537 (© Musee des Beaux-Arts et d‘Archeologie de Besançon, Foto: Arcanes)
Lucas Cranach der Ältere, Schhlummernde Quellnymphe, um 1537 (© Musee des Beaux-Arts et d‘Archeologie de Besançon, Foto: Arcanes)

Ausstellung. Die Kirche verdammte die Lust, aber die kirchliche Kunst ging damit oft durchaus freizügig um. Das zeigen mehr als 150 Kunstwerke in der aufsehenerregenden Ausstellung »Verdammte Lust!« im Diözesanmuseum Freising. Viel nackte Haut ist in den Werken zu sehen, die fast ausschließlich von Männern geschaffen wurden. Die Spurensuche dokumentiert couragiert, offenherzig, vielfältig und vieldeutig Sexualität und Körperlichkeit durch die Kunstgeschichte. Das ist ungewöhnlich für einen kirchlichen Kontext, zeigt die Ausstellung doch – wie Kardinal Reinhard Marx als Initiator betont –, dass sich »Körperlichkeit und Sexualität in letzter Konsequenz jeder Regulierung und Normierung durch Gesellschaft und Kirche entziehen«. Die Bildkommentare sind bisweilen verblüffend; es gibt auch in bekannten Kunstwerken Neues zu entdecken. Im begleitenden Essayband klären 21 Beiträge gründlich den Zusammenhang von Menschenbild, Sex und Moral in und außerhalb der Kirche(n). Die häufig betonte Verbindung von Sexualität und Schuld spielt eine Schlüsselrolle, wenn auch durchaus ambivalent. Herausfordernd für Kirche, Theologie und Gläubige.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 7/2023 vom 07.04.2023, Seite 53
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Schlagwörter: Ausstellung Kunst Sexualität
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