Das dröhnende Schweigen
Je länger die öffentliche Erregung über die Vorfälle an der hessischen Odenwaldschule anhält, desto bizarrere Formen nimmt die Diskussion an. Der bekannte Reformpädagoge und Publizist Hartmut von Hentig wird von Menschen, die ihm gestern noch an den Lippen klebten, - öffentlich! - angegriffen, weil er sich nicht - öffentlich! - von seinem Geliebten Gerold Becker distanziert. Dessen Nachfolger und ehemaliger Kollege Wolfgang Harder tut überrascht und sagt, wenn das wirklich so gewesen sei, dann müsse man nun die Schule schließen. Und Erziehungswissenschaftler wie Jürgen Oelkers nutzen die Gelegenheit zu wiederholen, was sie schon immer gesagt haben: Dass sie von Reformpädagogik nichts halten, und dass jetzt der Zeitpunkt gekommen sei, sie endlich zu verabschieden.
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