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In der Tiefe des Brunnens

Alfred Delps Briefe aus dem Gefängnis spiegeln Gottvertrauen in höchster Not
von Hans-Joachim Tambour vom 10.03.2023
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Das Bild vom Brunnen, aus dem alles Leben herausströmt, klingt einladend und spricht direkt ins Herz. Für Alfred Delp ist alles, was wir ersehnen, schon da. »Die Welt ist Gottes so voll.« Doch wir sehen es nicht, weil wir im Vorletzten hängenbleiben. Wir sind bedrängt von den Anforderungen des Lebens, getrieben von Gefühlen und besetzt von Gedanken. Würde es uns gelingen, auf diese vielfältigen Reize nicht nur zu reagieren und uns in unseren inneren Monologen nicht zu verlieren, sondern unser Herz auf Gott auszurichten und aus dessen Perspektive (sub specie aeternitate) auf uns und die Wirklichkeit zu schauen, würden wir seine Gegenwart in allem erkennen können. Man müsste den Dingen auf den Grund gehen, die schönen und die schrecklichen Momente durchleben und durchleiden und das Leben annehmen, so, wie es ist, dann würden wir den Urgrund berühren, der uns mit allen Menschen und der Schöpfung verbindet.

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