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Aufgefallen
Wohnen als Kitt zwischen Generationen

Nachbarschaftshilfe und Begegnungen in der Pantoffelbar: Das Bedürfnis nach alternativen Wohnformen wächst
von Martina Läubli vom 30.01.2015
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In einer sich rasant verändernden Welt verändert sich auch das Alter. Die Menschen, die heute ins Pensionsalter eintreten, sind es gewohnt, in einer Welt im Wandel zu leben. Lernbereitschaft, Individualität und Innovationen sind für sie keine Fremdwörter. Sie wollen die bleibenden Lebensjahre aktiv und erfüllend gestalten. Darum ist nicht zuletzt die Wohnform entscheidend. »Viele ältere Menschen äussern den Wunsch nach generationsübergreifenden Kontakten«, schreibt der »Age-Report III«. Die Studie zum »Wohnen im höheren Lebensalter« stellt einerseits den anhaltenden gesellschaftlichen Trend zu Kleinhaushalten fest, andererseits aber auch den wachsenden Wunsch nach alternativen Lebensformen. Tatsächlich hat die Vielfalt von Wohnformen in den letzten Jahren zugenommen. Neben privaten Hausgemeinschaften und den seltenen Alters-WGs ?erfahren intergenerationelle Siedlungsprojekte besondere Aufmerksamkeit. In Zürich entstand 2014 die Genossenschaft Kalkbreite, deren architektonisch raffinierter Wohnblock grosszügige Gemeinschaftsräume und private Wohnungen kombiniert, in Winterthur wurde 2013 die selbstverwaltete Mehr-Generationen-Siedlung Giesserei mit 155 Wohnungen bezogen. Gemeinschaft und Solidarität werden in der Giesserei grossgeschrieben: »Unser zentrales Anliegen ist eine altersdurchmischte Siedlung, die das Verständnis zwischen den Generationen und die Solidarität unter der Bewohnerschaft fördert«, lautet das Credo. Für die 350 Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet das, auch mal selber anzupacken. Es gibt keinen Hauswart. Garten, Reinigung, Haustechnik oder Feste, alles wird selber organisiert. Jeder Erwachsene hat jährlich 36 Stunden Gemeinschaftsarbeit zu leisten. Dabei ent stehen automatisch Kontakte: »Die Pflicht zur Eigenleistung schweisst die Genera tionen zusammen«, sagt Yvonne Lenzlinger, die Präsidentin des Hausvereins Giesserei. »Viele Leute leisten mehr, als sie müssten.« Ein älteres Paar beispielsweise bietet wöchentlich einen Mittagstisch für Kinder an. Auch spontan werden immer wieder Mittagessen oder ähnliches organisiert. Die Begegnungen werden nicht zuletzt durch die Ar chitektur gefördert. Die markanten roten Minergie-Holzgebäude bilden einen lauschigen Innenhof. Es gibt grosse und kleine Gemeinschaftsräume, wie die Pantoffelbar mit Dachterrasse oder die beiden Waschbars, eine Kombination von Waschküche mit Näh maschinen, Töggelikasten und Kaffeemaschine.

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