Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
der von Peter Ustinov im Monumentalstreifen »Quo vadis?« gespielte, wahnsinnige Nero hat mit dem historischen römischen Kaiser nicht viel gemein. Was der Film transportiert, spiegelt allerdings einiges wider von dem, was sich in den USA abspielt: Ein Narzisst ohne Skrupel missbraucht seine Macht, um das Gemeinwesen ins Verderben zu stürzen. Doch die Demokratie ist stark genug, hat widerstanden. Trump hat nur gezündelt. Für einen Ustinov’schen Nero fehlt ihm die Klasse. Trump ist ein Taschen-Nero. Der Potus (»President of the United States«) hat es nicht zum Gröfaz (»Größter Feldherr aller Zeiten«) gebracht. Die geistige Haltung hinter der Ansage »Wir werden sie jagen« hat sich weder am Berliner Reichstag durchgesetzt noch am Kapitol.
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Alexander Schwabe
ist Chefredakteur
bei Publik-Forum
