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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2019
Was ist heilig?
Der Inhalt:

Kathrins Kampf

Chemotherapie, Brustamputation, Angst vor dem Tod: Die Bloggerin Kathrin Lubig beschreibt ihre Krebserkrankung für alle sichtbar im Internet. Diese Art der Bewältigung nimmt ihr das Gefühl von Ohnmacht – und hilft auch anderen
Kathrin Lubig  hat Krebs, aber sie will noch etwas von diesem Leben, sie will, dass es weitergeht.  (Foto: Grünberg)
Kathrin Lubig hat Krebs, aber sie will noch etwas von diesem Leben, sie will, dass es weitergeht. (Foto: Grünberg)

Die Wörter Tod und Sterben kommen ihr so laut von den Lippen, dass die Gespräche an den anderen Tischen verstummen. Kathrin Lubig, 34 Jahre alt, sitzt in ihrem Lieblingscafé, gleich hinter dem Marktplatz in Greifswald, trinkt einen Cappuccino und isst einen Zitronen-Käsekuchen, denn heute ist Dienstag, ihr Genusstag. Es ist ein Genuss, den sie sich verordnet hat, den sie braucht, als Belohnung für ihren Ärzte- und Untersuchungsmarathon. Am Mittelfinger ihrer rechten Hand klebt noch das Pflaster von der Blutuntersuchung. Großes Blutbild, kleines Blutbild, so wird es weitergehen, im Zwei-Wochen-Rhythmus, bis es nicht mehr weitergeht. Doch Kathrin Lubig will, dass es weitergeht, will noch etwas von diesem Leben. Egal, wie lange dieses Weitergehen dauern wird, ein Jahr, fünf Jahre, zehn Jahre oder mehr – genaue Prognosen gibt es nicht.

Kathrin L