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Leserbrief
Friedensuntüchtig

vom 02.12.2025
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Es ist unfassbar, wie vor allem die evangelische Kirche ihren Friedensauftrag übergeht. Sie sieht in Friedensverhandlungen keine Lösung mehr! Sie stellt sich damit gegen das Friedensgebot Christi. Wo bleibt der Protest der Kirchenmitglieder, zumindest von denjenigen, die die Vorgeschichte miteinbeziehen und das Unrecht auf beiden Seiten sehen? Der Protest hätte längst in einen Aufruf für Frieden führen müssen! Beate Spengler-Kohlhammer, Murrhardt

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 23/2025 vom 05.12.2025, Seite 62
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Als die evangelische Kirche in der DDR Friedensaktivitäten unternahm und den Slogan propagierte »Schwerter zu Pflugscharen«, hatte sie auch den Segen der westdeutschen Protestanten. Als später Deutschland »unsere Freiheit am Hindukusch verteidigte« (welche Anmaßung!), waren die Pflugscharen nicht mehr so wichtig. Die hätten die Afghanen besser gebrauchen können als die Schwerter. Wenn es darum geht, sich dem Druck der Medien und der Regierenden anzupassen, war die EKD schnell bereit, den Pfad der jesuanischen Tugenden zu verlassen und die massive Aufrüstung auch dem Christenmenschen zu empfehlen. Ob das »glaub-würdig« und zukunftsorientiert ist, bezweifeln wir stark. Diese Aufrüstung macht die Welt unsicherer, schafft Armut und ist umweltzerstörend. Vom Erhalt der Schöpfung ist das ganz weit entfernt. Heide Arndt und Edgar Mayer, Kusterdingen

Natürlich kann man politisch die Meinung vertreten, mit Waffen den Frieden zu erzwingen. Aber die Kirchen sind doch Vertreterinnen der Lehre Jesu Christi und haben in seiner Tradition zu stehen. Glauben die denn wirklich, Jesus würde den militärischen Ambitionen seinen Segen geben und sagen: »Geht leider nicht anders. Meine Friedensethik ist nur für gute Zeiten.« Nein – im Gegenteil: Er hat seinen Nachfolgern prophezeit, dass man sie wegen ihres Glaubens an ihn verspotten, auslachen, ja verfolgen wird – so wie es heute geschieht. Reinhard Raschke, Dortmund-Wambel

Danke, Christoph Fleischmann, für die kritische Einschätzung der neuen Friedensdenkschrift der EKD. Ich teile sie. Inmitten der Trauer, Enttäuschung, Empörung über diese Denkschrift sind die kritischen und streitbaren Voten dazu eine Ermutigung. Ich wünsche mir von meiner Kirche, dass sie von den friedensethischen Positionen der DDR-Kirchen in den 1980er-Jahren lernt. Sie haben wesentlich zur friedlichen Revolution beigetragen und sie können eine Ressource für heute sein. Monika Matthias, Berlin

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Frieden schaffen ohne Waffen ist ein Prozess, der schwierigst, langatmig, flexibel und kreativ sein muss. Christus hat es uns vorgemacht. Auch Scheitern ist möglich. Wie bei Jesus. Und trotzdem ist er auferstanden. Aufrüstung dient nur Rheinmetall. Und das ist zutiefst unchristlich. Inge Samol, Stuttgart

Es ist für mich unfassbar, dass die Kirche keinerlei Protest zulässt gegen die gigantische Aufrüstung und deren Folgen wie Sozialabbau und Klimaschäden. Stattdessen trifft sie selbst Kriegsvorbereitungen und kommuniziert nur den einen Weg, Frieden mit immer mehr Waffen zu sichern. Die Zeitenwende hat auch in der Kirche voll Einzug gehalten: Im Fernsehgottesdienst tritt ein Generalmajor in Uniform auf. Warum muss man zum Gottesdienst eine Uniform tragen? Im Programm der Offenen Kirche zur Wahl der württembergischen Landessynode taucht nur bei einem Kandidaten einmal das Wort Frieden auf. Bei den anderen Gruppierungen war das ohnehin nicht zu erwarten. Wenn man diesen Weg des »Friedens mit Waffen« infrage stellt, wird man diffamiert als jemand, die die Schwachen im Stich lässt. Das tut weh. Dass es andere, gewaltfreie Wege gibt, wird nicht mehr erwähnt. Ich kann das alles mit meinem Glauben nicht mehr vereinbaren und werde mich deshalb nicht an der Wahl zur Synode beteiligen. Christine Baisch, Stuttgart

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