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Von der Poesie Gottes

Die kosmische Dimension in den Gedichten von Ernesto Cardenal
von Norbert Copray vom 04.11.2022
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Diese kosmische Poesie sucht ihresgleichen. Wie kaum ein anderer tauchte Ernesto Cardenal, der 2020 verstorbene Priester, Revolutionär und ehemalige Kulturminister Nicaraguas, in die Tiefendimensionen des Kosmos ein. Er erlebte sie nicht als kalt oder abweisend. Im Gegenteil: In den Weiten und Tiefen des Alls spürte der preisgekrönte Dichter und Mystiker eine Resonanz, die er fromm als Liebe des kosmischen Christus deutete. Ihr wollte er sich annähern. Eines der letzten Langgedichte Cardenals trägt den Titel »Bei verschlossener Tür«. Doch schon in den ersten Zeilen erkennt man: Es geht um die Verbundenheit von allem, um die Universalität der Liebe, um den offenen Himmel, den offenen Menschen und den offenen Gott – mit weiten Armen für alle, vor allem für die Armen. Der Titel des Gedichtbandes bringt es auf den Punkt: »Nichts existiert allein.«

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