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Frühling trifft Herbst

Das Schauspielhaus Hamburg wagt ein Experiment: Ganz junge und ganz alte Laiendarsteller erzählen gemeinsam zwei Dramen, die hundert Jahre auseinanderliegen
von Udo Taubitz vom 24.09.2010
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Eine schlichte Halle in Hamburg-Altona. Schwarzer Fußboden, weiße Wände, Scheinwerfer an der Decke. 14 junge und 14 alte Menschen stehen im Kreis. Sie stampfen rhythmisch, reißen die Arme hoch, beugen den Körper nach vorn – so gut es eben geht – und stoßen seltsame Laute aus: Pf-sz-k-pf-sz-k-pf-sz-k. Noch machen sie sich nur warm, die ungleichen Partner auf der Probebühne des Hamburger Schauspielhauses; der Jüngste ist 13, die Älteste 83. Aber bald wird es ernst: Das Schauspielhaus, eines der größten Theater Deutschlands, zeigt mit »Frühlings Erwachen« Frank Wedekinds Kindertragödie von anno 1890, die heutzutage ziemlich überholt scheint. Denn es geht da um Sexualität als Tabu, und davon kann im Internetzeitalter ja kaum noch die Rede sein. Oder vielleicht doch? Wie viel – oder wie wenig – sich die Pubertätsnöte der Heranwachsenden in den letzten hundert Jahren verändert haben, dieser Frage geht in Hamburg der Regisseur Daniel Wahl nach, in diesem Sozialtheaterprojekt mit Jugendlichen und Senioren.

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