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Leserbrief
Nötige Distanz

vom 25.08.2026
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Wieso denn nur Läden? Warum dann nicht auch Behörden, Großhandel, Büchereien, Gartenmärkte usw. Das möchte man doch auch vielleicht »ganz in Ruhe« erledigen können. Also: warum dann aus dem Sonntag nicht einen ganz normalen Werktag machen – so wie den Buß- und Bettag? Damit ist der Sinn des Sonntags als ein allgemeiner Ruhetag allerdings futsch. Ruhe kehrt dann nicht in die Städte ein und gemeinsame Verabredungen laufen dann auch nur noch abends. Ich möchte das jedenfalls nicht. Reinhard Raschke, Dortmund

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 16/2026 vom 28.08.2026, Seite 62
Frieden um jeden Preis?
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Margot Käßmann und Stephan Anpalagan über Pazifismus, Aufrüstung und Verantwortung

Der Schabbat, die Sonntagsruhe, lässt sich keinesfalls auf eine »deutsche Eigenart« reduzieren. Ihre Wurzeln liegen im Judentum. Sie gründen in der Schöpfungserzählung: »Und also vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er machte« (Gen 2,2). Gott geht am siebten Tag auf Distanz zu dem, was er getan hat. Man kann darüber streiten, ob wir diese regelmäßige Distanz brauchen – mir kommt dabei Hartmut Rosa in den Sinn. Er spricht vom »Auf-hören« und führt aus: »Einerseits bedeutet dieses großartige Wort anhalten, stoppen. Andererseits heißt es, dass ich, während ich meine To-do-Liste abarbeite, mich im Hamsterrad, im ›rasenden Stillstand‹, verausgabe« (Hartmut Rosa, Demokratie braucht Religion, S. 56). Ein weiterer Aspekt: Das Judentum hat erkannt, dass der Schabbat nur kollektiv zu halten ist. Da ist meines Erachtens viel dran. Wer am Sonntag arbeitet und diesen freien Tag an einem Werktag nachholt, weiß, dass dieser »Werksonntag« sehr schnell von der Hektik des Alltags überlagert wird. Unter dem Strich kommt etwas anderes heraus. Es ist schlicht viel schwerer, auf Distanz zu dem zu gehen, was uns während der Woche antreibt. Werner Lauterbach, Pappenheim

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