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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2020
Der fragile Mensch
Ein Mängelwesen strebt nach gottgleicher Macht und zerstört sich selbst 
Der Inhalt:

Nie mehr zu Tönnies

von Frank Stier vom 03.08.2020
Wer krank ist, dem wird gekündigt: Bulgarische Leiharbeiter berichten von ihrer Arbeit in der deutschen Fleischindustrie. Und warum sie trotz allem ihre Heimat verlassen und Arbeit in Deutschland suchen.
(Zeichnung: Mester)
(Zeichnung: Mester)

Als im Fleischunternehmen Tönnies Covid-19 ausbrach, kehrten etliche rumänische und bulgarische Leiharbeiter, so schnell es ging, in ihre Heimat zurück. »Wir haben uns vor Ansteckung gefürchtet und sind deshalb heimgekehrt«, sagte Rumen Sachov Reportern des bulgarischen Fernsehsenders bTV. Zusammen mit seiner ebenfalls bei Tönnies beschäftigten Frau und einem weiteren Kollegen wartete er die Ergebnisse ihres im Tönnies-Werk gemachten Covid-19-Tests nicht ab, sondern fuhr mit einem Kleinbus heim in das Romaviertel der Kleinstadt Belitsa im bulgarischen Rila-Gebirge. »An den Grenzen fragte uns niemand, woher wir kämen«, berichtet er. Als er kurz darauf positiv auf Covid-19 getestet wurde, mussten er und seine Frau für zwei Wochen in Quarantäne.

Bulgarische Onlineforen füllten sich darauf mit antiziganistischen Kommentaren: »Wenn die Zigeuner schon in Deutschland Geld machen, sollen sie bei einer Infektion gefälligst auch dort bleiben, anstatt das Virus nach Bulgarien zu tragen«, hieß es da.

Die meisten osteuropäischen Werkvertragsarbeiter in der deutschen Fleischindustrie haben keine Krankenversicherung. »Im Krankheitsfalle erwartet sie eher der Rauswurf als Unterstützung«, sagt Stanimir Mihaylov. Der Berater im Projekt Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten der gewerkschaftlichen Organisation Arbeit und Leben NRW betreut bulgarische Gastarbeiter der Fleischindustrie, der Landwirtschaft und des Transportwesens. Sie kommen zu ihm, wenn ihnen gekündigt wurde, weil sie krank geworden sind, oder wenn ihnen geleistete Arbeitsstunden nicht bezahlt wurden.

Er und seine Kollegen haben Nahrungsmittelpake

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