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Ausstellung
Sieben Schwestern erschaffen Australien

In der Ausstellung »Songlines« im Humboldt-Forum Berlin erzählen Aborigines ihre Geschichte Australiens. Eine Ausstellung mit Vorbildcharakter.
vom 08.07.2022
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(Foto:National Museum of Australia)
(Foto:National Museum of Australia)

Ausstellung. Sieben Schwestern durchqueren die Wüsten Australiens auf der Flucht vor einem männlichen Verfolger. Diese »Songline« ist eine fundamentale Erzählung australischer Indigener. Klug und listenreich entziehen sich die Frauen dem Quälgeist, der immer neue Gestalt annimmt. Songlines – auf Deutsch auch »Traumpfade« – sind kulturelle Routen, die Australien durchziehen. Geschichten, Gesänge, Zeremonien und Felsenmalereien erzählen dabei von den Vorfahren, die das Land erschufen. Sie vermitteln aber auch grundlegende Regeln des Zusammenlebens.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 13/2022 vom 08.07.2022, Seite 54
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Die Wanderausstellung »Songlines. Sieben Schwestern erschaffen Australien« im Humboldt-Forum Berlin inszeniert diese Schöpfungsgeschichte auf ziemlich einzigartige Weise: Am Eingang begrüßen Angehörige des indigenen Kuratoriums die Besucherinnen und Besucher – in Form lebensgroßer Videos. Als sogenannte »virtual Elders« begleiten sie durch die Ausstellung. Die umfasst 300 Gemälde und Objekte sowie sechs Installationen. Unter einer sechs Meter hohen Kuppel können die Besucher im Sitzen oder Liegen virtuell nach Walinynga (Cave Hill), der Felskunststätte der Sieben Schwestern, reisen.

Die Ausstellung ist wegweisend, denn sie wurde von Mitgliedern indigener Communitys initiiert und kuratiert. Um indigenes Wissen zu bewahren, haben Vertreter der australischen First Nation mit dem National Museum of Australia und der Australian University zusammengearbeitet. Sie war bisher in Canberra und Perth sowie im britischen Plymouth zu sehen. Von Berlin aus reist sie weiter nach Paris und zeigt, wie europäische Museen indigene Kunst präsentieren können und sollen.

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