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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2019
Raus aus der Angst!
Kirchentag 2019. Worauf man vertrauen kann
Der Inhalt:

»Sie lernen: Musik ist Teamarbeit«

von Doreen Reinhard vom 04.07.2019
Luise Börner hat in Dresden ein Kinderorchester gegründet – in einem sozialen Brennpunkt
Mit gestärktem Selbstbewusstsein: Eine Klangreise von Dresden-Prohlis zum Mond (Foto: Anja Schneider)
Mit gestärktem Selbstbewusstsein: Eine Klangreise von Dresden-Prohlis zum Mond (Foto: Anja Schneider)

Gerade übe ich mit den Kindern des Musaik-Orchesters die Filmmusik von Titanic, die »Ode an die Freude« und »Alle Vögel sind schon da«. Einige Kinder sind schon richtig gut auf ihren Geigen und Celli.

Einfach ist die Arbeit nicht, denn wir haben, salopp gesagt, eine krasse Mischung. Etwa sechzig Prozent der Kinder haben einen Migrationshintergrund, einige sind verhaltensauffällig. Aber was sie alles schaffen! Das beeindruckt mich. Wenn es darauf ankommt, dann können sie sich konzentrieren. Ich habe mittlerweile ein enges Verhältnis zu vielen Familien. Manche sagen zu mir: »Du bist für mich wie eine ältere Schwester.«

Ich bin Geigenlehrerin. Nach meinem Studium in Dresden bin ich mit Weltwärts nach Peru gegangen und habe in einem Musikprojekt mit Kindern aus verschiedenen sozialen Schichten gearbeitet. Das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Mit einer Freundin, die auch Musikerin ist, habe ich überlegt, wie man so etwas in Dresden aufbauen könnte. Wir haben einen Verein gegründet und im Herbst 2017 das Musaik-Orchester gestartet – in Prohlis, einem Stadtteil, der als sozialer Brennpunkt gilt. Denn wir wollen eine Zielgruppe erreichen, die nicht unbedingt eine Musikschule besucht und die vermutlich nie ein Streichinstrument lernen würde.

In Peru heißt Armut: kein fließendes Wasser, kein Strom, vielleicht auch zu wenig zu essen. In Deutschland bedeutet Armut: weniger kulturelle Teilhabe, weniger Selbstbewusstsein. Dem setzen wir etwas entgegen: Wir proben intensiv, dreimal die Woche, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Es sind jetzt sechzig Kinder dabei, von 6 bis 13 Jahren.

Zunächst ha

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