»Schicksale zählen dort nicht«
Auf der Internetseite des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer Leverkusen werden dessen Produkte als »unsere Beiträge für ein besseres Leben« bezeichnet. Darüber kann Antonius Michelmann nur lachen. Er ist Chemiker und kämpft – als einziger hauptamtlicher Mitarbeiter des Vereins Coordination gegen Bayer-Gefahren – gegen die Geschäftspraktiken von Bayer. Kürzlich war Michelmann zum ersten Mal selbst auf einer Aktionärsversammlung des Konzerns. Möglich ist das durch Sympathisanten, die das Stimmrecht für ihre Aktien dem Verein überschreiben. Ein einschneidendes Erlebnis: »Es ging um die Antibabypille Yasmin von Bayer, die Thrombosen und lebensgefährliche Lungenembolien hervorrufen kann.« Viele junge Frauen nehmen diese Pille, ohne zu wissen, welches Risiko sie eingehen. »Auf der Hauptversammlung schilderte dies eine betroffene Frau mit Tränen in den Augen«, berichtet Michelmann und schüttelt den Kopf. »Die Verantwortlichen bei Bayer reagierten wie immer: kalt und abgebrüht. Der Manager erklärte, das Präparat habe ein positives Kosten-Nutzen-Profil. Das Schicksal der Betroffenen? Unerheblich.«
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
