Personen und Konflikte
Christina Brüning, Professorin für Geschichtsdidaktik an der Universität Marburg, hat sich öffentlich zu Morddrohungen gegen sie geäußert. Im Dezember letzten Jahres tauchten Schmierereien mit Mordaufrufen gegen sie auf, sagte Brüning im Hessischen Rundfunk. An der Wand einer Herrentoilette wurde gefordert, die Professorin »vom Dach der PhilFak zu werfen«. Kurz darauf folgte eine zweite Drohung: Freiwillige würden gesucht für die »Jagd« auf Brüning, um sie »auszuweiden«. Täter und Hintergründe sind bisher unbekannt. Brüning und die Universität erstatteten Anzeige, der Staatsschutz schaltete sich ein. Brüning behandelt in ihren Lehrveranstaltungen Themen wie Kolonialgeschichte, Feminismus oder Holocaust. Am Fachbereich Geschichte seien derartige Vorfälle schon länger ein Thema, sagt Dekan Eckart Conze. Doch die Drohungen hätten die Lage deutlich verschärft. Universitäten seien kein abgeschlossener Raum und blieben nicht unberührt von politischen Verschiebungen. Es gebe »derzeit diese Gefahr von rechts«. Die Universitätsleitung verurteilt die Drohungen als Angriff auf Wissenschaftsfreiheit und Hochschulgemeinschaft. Eine konkrete physische Gefährdung der Professorin jedoch sei nach Einschätzung der Universität nicht festgestellt worden.
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