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Jesus war ein erotischer Mensch

Was wäre es für eine Spiritualität, die daran Maß nähme? Die Flut von Enthüllungen über sexuellen Missbrauch zeigt, dass es für die christlichen Kirchen an der Zeit ist, neu über die Liebe nachzudenken
von Christoph Quarch vom 25.06.2010
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Ecrasez l‘infame! – Zerschlagt die Infame! Es war ein Schlachtruf gegen die Kirche, mit der Voltaire vor 250 Jahren die aufgeklärten Intellektuellen Europas aufrüttelte. Heute muss niemand mehr aufgerüttelt werden, wenn es darum geht, die Kirche zu zerschlagen. Das macht sie inzwischen selbst. Die jüngste Flut von Enthüllungen über Fälle sexuellen Missbrauchs und sexualisierter Gewalt in kirchlichen Einrichtungen rüttelt mehr am Fundament dieser 2000-jährigen Institution, als es je ein Intellektueller zu tun vermocht hätte. Denn was gegenwärtig geschieht, ist die beispiellose Offenbarung eines theologischen und spirituellen Konstruktionsfehlers, den die römische Kirche seit ihrer Anfangszeit mit sich trägt: die Denunziation und Dämonisierung des Eros.

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