Leserbrief
Alternative Lesungen
Ich hatte keine Ahnung davon, dass in den ausgewählten Texten für die Gottesdienste Frauen und deren Aktivitäten so sehr verschwiegen, verharmlost, kleingeredet, weggelassen werden. Dieser Artikel war sehr wichtig! Die Verfasser der Evangelien haben damals schon vieles, was Frauen betrifft, an den Rand gedrängt, umgedeutet oder heruntergespielt. Dass man dann in der heutigen Zeit das noch toppt, ist ungeheuerlich. Die Kirche ist eine Männerkirche; wobei es sie vermutlich ohne die Frauen nicht mehr gäbe. Oskar Luger, Oberfellabrunn
Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es vom Vatikan eine Leseordnung weltweit, mit Texten, die vom Originalbibeltext abweichen, und das für alle Werktage, Sonn- und Feiertage. Dabei wird die Rolle vieler Frauen, die im Bibeltext erläutert sind, entweder gekürzt oder Teile werden weggelassen und auch »passend« gemacht. Dabei sollen auch Männer glorifiziert werden und bei den Frauen zumindest Abstriche an ihrer Rolle vorgenommen werden. Ich glaube der Autorin und bin auch als evangelischer Christ entsetzt über diese Art und Weise, wie man mit der Bibel umgeht. Hans Dötsch, Heinersreuth
Da diese Ordnung bereits seit über 50 Jahren besteht, sollte man über eine Änderung nachdenken dürfen. Nicht einzusehen ist die weltweite Geltung der Perikopen. Hier sind meiner Meinung nach der Synodale Ausschuss oder die Deutsche Bischofskonferenz gefragt. Gerade in einer Zeit, wo über die Rolle der Frauen und Ämter in der katholischen Kirche diskutiert wird, tut sich hier eine weiteres Feld auf, um Gerechtigkeit herbeizuführen. Hanspeter Schladt, Neuwied
Es wäre notwendig und hilfreich, wenn jemand die Aufgabe übernähme, ein alternatives Lektionar mit den verdrängten und vergessenen Frauen zusammenzustellen. Nicht nur Liturginnen wären dafür dankbar. Walter Ludin, CH-Schwyz

