Von Versöhnung keine Rede
Stiften die Kirchen in der Ukraine Frieden oder schüren sie Feindbilder? Eher Letzteres. Pfarrer beider Seiten segnen Soldaten und sammeln Geld für deren Ausrüstung. Die Separatisten, der Kreml und die russisch-orthodoxe Kirche werfen der Ukraine Übergriffe auf Priester und Gotteshäuser vor. Das kremlkritische Kiewer Patriarchat habe in den vergangenen zwölf Monaten im Westen des Landes mindestens 18 orthodoxe Kirchengebäude geraubt. Mit Ikonen in ihren Händen schimpfen Christen in der Ostukraine über die proeuropäische Regierung in Kiew und bezeichnen die EU verächtlich als dekadentes »Gayropa« – ein Wortspiel mit dem englischen »gay« (schwul). Die Aufständischen paktieren mit der kremlfreundlichen orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats. Die Verfassung der von den Separatisten ausgerufenen »Volksrepublik Donezk« schreibt diese Kirche als Staatsreligion fest. In der selbsternannten »Volksrepublik Lugansk« unterstützt der emeritierte orthodoxe Metropolit Ioanniki offen die Separatisten. Hunderte von prorussischen Kämpfern gaben ihrer Rebelleneinheit den Namen »russisch-orthodoxe Armee«.
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